Gekündigt oder befreit?

Wie Du es schaffst, nach einem Rausschmiss die Krone oder den Cowboyhut zu richten und aufrecht weiterzugehen. Gekündigt werden, tut weh und fühlt sich wie eine zerbrochene Liebesbeziehung an. Du fühlst Dich zurückgewiesen. Emotionen, die sich aufgestaut haben, kochen plötzlich hoch. Du hast Gefühle, die vielleicht neu und heftig sind. In diesem Beitrag erfährst Du, weshalb sich das so anfühlt und was Du dagegen tun kannst.

#heretohelp

Wenn Du beim Bewerben Mühe hast und nicht weiterkommst, schreib mir. Ich bin für Dich da.

Gastartikel von Sara Rüedi (freiberuflicher Job Coach)

 

Warum eine Kündigung so weh tut

Im Internet wirst Du jede Menge an Informationen bezüglich der rechtlichen Schritte finden, die Du nach einer Kündigung beachten solltest. Wenn Du rechtliche Infos dazu suchst, wirst Du hier fündig.

Was ist aber mit den emotionalen Schmerzen?

Gekündigt zu werden ist viel mehr als nur rechtlich schwierig. Eine Kündigung berührt Dich an einem wunden Punkt. Nämlich bei der Sehnsucht, von anderen anerkannt zu werden.

Ich nehme nochmals den Vergleich zu Liebeskummer: eine Kündigung, aus welchen Gründen auch immer, ist eine Ablehnung, die Du zuerst einmal wegstecken musst.

Es fühlt sich vielleicht an wie ein «Nein» zu Deiner Person, ein «Nein» zu Deinen Fähigkeiten. Ein Lebensplan zerbricht, die Existenzangst steigt in Dir hoch, die Sorge nie mehr eine neue Stelle zu finden, so unrealistisch sie in den meisten Fällen ist, sitzt tief.

Schamgefühle könnten auftauchen:

  • Was denken die anderen über mich?
  • Halten sie mich für einen Versager?

Ziemlich überall wird die innehabende Stellung bei vielen Menschen grossgeschrieben. Egal wen Du triffst, lautet meist die erste Frage: „Was arbeitest Du?“

«Ich nehme mir gerade eine Auszeit, um herauszufinden, was ich in meinem Leben will»

So könnte eine mögliche Antwort lauten und Du wirst sehen, wie neidisch Dich so manch einer anschauen wird.

Liebeskummer, sowie auch eine Kündigung, können sich in unangenehmen, körperlichen Auswirkungen manifestieren: Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, schlechte Laune und Schlafprobleme sind nur ein paar Beispiele.

Die seelischen Folgen wie Gedankendrehen, Ängste, Traurigkeit und vielleicht sogar Selbstvorwürfe lassen nicht lange auf sich warten:

  • Warum habe ich es nicht besser gemacht?
  • Wo habe ich falsch gehandelt?
  • Warum wird gerade mir gekündigt?

Du wirst 100 Gründe finden, was Du alles falsch gemacht hast, warum es nicht funktioniert hat und vielleicht findest Du sogar das eine oder das andere richtig gute Argument dafür.

Leider ändert das nichts an der Tatsache, dass Du auf eine neue Herausforderung zusteuerst – ob gewollt oder nicht.

Sachlich gesehen, ist die Auflösung der Frage ganz einfach: Es hat einfach nicht gepasst!

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Die 3 Phasen nach der Kündigung

Bei einer Trennung gibt es drei Phasen, die Du durchleben wirst und die meiner Meinung nach auch auf eine Kündigung zutreffen.

In der ersten Phase ist der Ego- und Seelenschmerz gross und Du willst den Verlust nicht wahrhaben.

Grosse Enttäuschung und Traurigkeit macht sich breit. Diese Phase ist verständlicherweise nicht so prickelnd, aber ich lege Dir nahe, sie ernst zu nehmen.

Wenn die Seele schmerzt ist es genauso wichtig, ihr Zeit und Aufmerksamkeit für die Heilung zu spenden. Schliesslich braucht ein gebrochenes Bein auch 6 Wochen lang Schonung und einen Gips.

Die zweite Phase ist geprägt von unbändiger Wut auf den Partner bzw. den Chef oder die Chefin.  Die Phase der Wut mag ich persönlich am liebsten. Wut ist Energie und setzt man sie gezielt ein, kann sie sehr effektiv sein.

Mach eine Liste mit allen negativen Eigenschaften Deines «alten» Jobs, inklusive die Deines Vorgesetzten oder Ex-Kollegen. Nicht ganz einfach, denn wenn man trauert, denkt man meistens nur an die guten (alten) Zeiten und verdrängt das Schlechte. Du wirst sehen, Du wirst so einiges entdecken, kannst loslassen und Dich befreien.

Dann beginnt in Phase drei die Zeit, in der Du die Trennung/Kündigung akzeptieren wirst und bereit sein wirst, die neuen Ufer zu beschreiten. „Abhaken, neu starten, auf Dich selbst vertrauen. Gute Eigenschaften an Dir entdecken, Dich pflegen und lernen, Dir zunächst selbst genug zu sein“, raten Experten, um Liebeskummer zu überwinden.

Das Gleiche rate ich Dir nach einer Kündigung. Nutze die „geschenkte“ Zeit optimal für die Dinge, die im Arbeitsalltag zu kurz kamen. Vielleicht eine neue Sprache lernen, die verstaubte Gitarre wieder in die Hand nehmen, mit einer Freundin einen Kaffee trinken gehen oder mal endlich wieder ins Kino. Und ganz wichtig: mach Dir bloss kein schlechtes Gewissen, wenn Du diesen Freiraum wirklich geniesst.

Du wirst ganz von selbst merken, dass der Moment für neue Abenteuer gekommen ist und dem Zauber des Anfangs vertrauen, wie Meister Eckhart so schön formulierte.

Gekündigt werden

Meine eigene Geschichte oder – kein Grund zum Verzweifeln!

Ich habe es persönlich schon erlebt. Mir wurde gekündigt. Ganz ehrlich, es tat weh, sehr weh! Es war wie ein Schlag ins Gesicht und liess mich erstarren.

Ich fühlte mich abgewertet und wurde fallen gelassen. Bei mir war es so, dass ich nach einem schlimmen Erlebnis den Boden unter den Füssen komplett verlor.

Ich musste mir Hilfe und Unterstützung von Fachpersonen holen und mir Zeit geben, um wieder auf die Beine zu kommen.

Anfangs hatte mein Arbeitgeber noch Verständnis, jedenfalls ein wenig. Aber mit den Wochen und Monaten spürte ich seine Unruhe und das Verständnis schwinden. Im Ganzen brauchten mein Körper und meine Seele ein ganzes Jahr, um zu heilen.

Ein Jahr zu viel, aus Sicht meines Vorgesetzten. Ich aber hätte gebraucht, dass ich langsam wieder einsteigen kann. Er hätte gebraucht, dass ich von null auf hundert einsteige und so weitermache, wie zuvor. Weil ich das nicht konnte, kündigte er unser Arbeitsverhältnis.

Mich auf die Suche nach einer neuen Herausforderung zu machen war hart, denn meine Kraft und mein Selbstvertrauen waren noch nicht vollständig «geheilt».

In dieser Zeit habe ich viel gelernt, rückwirkend versteht sich. Damals war ich kurz vor der Verzweiflung. Diese unfreiwillige Auszeit zwang mich, mein Leben zu überdenken und ich habe die geschenkte Zeit sinnvoll genutzt, um an der Fachhochschule die Ausbildung zum Coach zu machen.

Seither biete ich als Coach meine gesamte Berufs- und Lebenserfahrung an, um andere Menschen in beruflichen oder privaten Fragestellungen zu beraten. Ich liebe meine Arbeit als Coach, die persönliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit meinen Coachees und das wunderbare Gefühl, wenn wir zusammen die Herausforderungen erfolgreich meistern.

Etwas Neues anzufangen, freiwillig oder auch nicht, ist Deine Chance, das Leben neu zu überdenken. Es hilft Dir Klarheit zu finden, was Du von diesem kostbaren einem Leben, wirklich willst.

Gemeinsam ist man immer stärker. Darum ist es meiner Meinung nach sehr hilfreich, wenn Du Dir professionelle Unterstützung suchst und Dir einen Coach an die Seite stellst.

Du siehst, eine Kündigung ist nie Grund zum Verzweifeln. Es braucht eine grosse Portion Mut und Vertrauen in Dich und das Leben, aber ich verspreche Dir, Dein Mut wird belohnt!

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