Gender Pay Gap – Was tun gegen die Lohnungleichheit?

Wir schreiben das Jahr 2022. Eigentlich könnte man meinen, dass wir in einem modernen Zeitalter leben. Mit Blick auf Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts im Job wird jedoch schnell klar, dass unsere Gesellschaft in vielen Bereichen hinterherhinkt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Gender Pay Gap. Während er in Deutschland und Österreich seit Jahren leicht sinkt, ist er in der Schweiz leider gestiegen. In diesem Artikel möchte ich Dir Tipps geben, was Du gegen diese ungleiche Behandlung im Job tun kannst.

#heretohelp

Wenn Du beim Bewerben Mühe hast und nicht weiterkommst, schreib mir. Ich bin für Dich da.

Gender Pay Gap im DACH-Raum

Innerhalb Deutschlands bekam das weibliche Geschlecht 2020 im Durchschnitt 18 Prozent weniger Gehalt pro Stunde. Dieser Gender Pay Gap war in Westdeutschland 20 Prozent und in Ostdeutschland 6 Prozent. In den Jahren von 2006 bis 2015 blieb er gleich, seit 2016 geht er leicht zurück.

Österreich steht auch schlecht da, wenn es um deutliche Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern geht. Dort verdienten Frauen in der Privatwirtschaft um 19,9 (Stand 2019) Prozent weniger als ihre männlichen Arbeitskollegen.

Somit liegt das Land deutlich über dem EU-Durchschnitt von 15,7 Prozent und reiht sich innerhalb der Europäischen Union auf den fünft letzten Platz ein.

In der Schweiz hat die durchschnittliche Lohnlücke zwischen 2014 und 2018 sogar zugenommen. Frauen verdienten im Jahr 2018 im Durchschnitt um 19 Prozent weniger als Männer. Laut Bundesamt für Statistik betrug diese Zahl 2014 noch 18,1 Prozent.

Begründungen für geschlechtsabhängige Lohnunterschiede

Eine Studie der Statistik Austria versuchte 2021 diese erheblichen Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau zu ergründen. Sie legte offen, dass nur ein Drittel des Gender Pay Gaps “begründet” werden kann.

Aufgelistet wurden dabei Alter, Beruf, Branche, Arbeitsdauer im Unternehmen und Dauer der Arbeitszeit. Gleichzeitig heisst das aber auch, dass zwei Drittel des Gehaltsunterschieds nicht faktisch begründet werden kann.

Vielfach ist es so, dass Frauen nach wie vor für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verantwortlich sind. Wenn sie Kinder haben, arbeiten sie oft nur Teilzeit.

Oftmals arbeiten sie auch in Branchen oder Jobs, die ohnehin schon schlecht bezahlt sind. Die Hürden am Arbeitsmarkt beginnen für das weibliche Geschlecht schon beim Bewerben.

Sie sind in Führungspositionen untervertreten und ziehen auch bei den Gehaltsverhandlungen oft den Kürzeren.

Der Grund dafür liegt meiner Meinung nach darin, dass wir Frauen gerne Harmonie herstellen. Es entspricht nicht unserer Natur, um jeden Cent in einer Verhandlung feilschen zu müssen.

Indem sich Frauen häufig um die Kinderbetreuung und den Haushalt kümmern, oder Angehörige pflegen, leisten sie viel häufiger unbezahlte Arbeitsstunden – die sogenannte Care-Arbeit.

Das bedeutet natürlich, dass sie weniger Zeit haben, einem bezahlten Job nachzugehen. Wenn, dann ist dies mit viel mehr Stress und organisatorischem Aufwand verbunden als für Männer, da sich diese oft von den häuslichen Pflichten entziehen.

In Berufen mit Niedriglöhnen ist der Frauenanteil beispielsweise in Deutschland noch immer hoch:

  • 85 Prozent in der Reinigung
  • 73 Prozent im Verkauf
  • 77 Prozent im Gesundheitsbereich

Schaut man hingegen auf die Verteilung der Führungspositionen in diesen Berufen, zeigt sich, dass er bei Männern 13 Prozent und bei Frauen nur 7 Prozent ausmacht.

Bei der Wahl der Studiengänge macht sich bemerkbar, dass hier noch immer geschlechtsspezifische Stereotype eine Rolle spielen:

Der Anteil an Studienanfängerinnen in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist seit dem Jahr 2000 nicht über 30 Prozent gestiegen.

Folgen des Gender Pay Gaps

Wer im Job wenig verdient, hat im Alter automatisch weniger Altersvorsorge. Die durchschnittliche Pension für Frauen war 2018 karge 982 Euro im Monat, während Männer stolze 1.953 Euro erhielten.

Das bedeutet, dass die Altersvorsorge von Frauen im Mittel um 49,7 Prozent weniger betrug (Dachverband der österreichischen Sozialversicherungsträger).

Nicht nur im Alter sind wir Frauen von Armut gefährdet. Wenn wir allein für die Kindererziehung stemmen, spüren wir die Folgen auf vielfältige Art und Weise:

  • Es ist schwieriger, nach einer langen Karrierepause wieder einen Job zu finden
  • Der Job entspricht oft nicht unseren Qualifikationen
  • Teilzeitstellen sind immer noch rar
  • Jobsharing hat sich noch nicht als Anstellungsform etabliert
  • Wir klettern unsere Karriereleiter nicht weiter nach oben
  • Mit einem niedrigen Einkommen machen wir uns abhängiger
  • Sind wir hauptverantwortlich für die Familie und arbeiten dazu, führt das zu einem hohen Stresslevel

Nicht nur Frauen mit Kindern und Familie werden durch den Gender Pay Gap diskriminiert. Es trifft auch kinderlose Frauen.

Angefangen davon, dass sie ihre Entscheidung gegen Kinder oft in der Gesellschaft begründen müssen, verdienen auch sie weniger als ihre männlichen Kollegen. Trotz gleicher Qualifikation nota bene.

Daraus folgt, dass auch Frauen ohne Kinder weniger Arbeitslosengeld bekommen, sich schwer ein Vermögen aufbauen oder sparen können.

Diskriminierung Bewerbung

Gesellschaftliche Ursachen des Gender Pay Gaps

In jedem Land der Welt verdienen Männer mehr als Frauen. Selbst, wenn manche Länder mehr bestrebt sind als andere, die Einkommensunterschiede zu verringern, heisst das noch lange nicht, dass diese Diskriminierung im Job aufhört. Grundsätzlich braucht es ein Umdenken auf mehreren Ebenen.

Die Arbeit einer Verkäuferin, die 8 Stunden an der Kasse steht, sollte nicht geringer geschätzt werden als die eines Programmierers. Dennoch ist dies fast immer der Fall.

Bestimmte Berufsgruppen werden als selbstverständlich wahrgenommen und die Wertschätzung bleibt auf der Strecke. Besonders in sozialen Berufen, in denen Frauen sehr oft vertreten sind.

Gesellschaftlich gesehen, werden bestimmte Berufsgruppen immer noch Frauen oder Männern zugeschrieben. Hier wäre es wichtig, dass auch Frauen für “typisch männliche Berufe” angeworben und ermutigt werden. Diese Förderung sollte bereits im Kindesalter und der Ausbildung beginnen.

Frauen, die selbstbewusst, dominant und bestimmt auftreten, werden häufig kritisiert. Sowohl von Männern als auch von Frauen.

Benehmen sich Männer hingegen so, wird ihnen Männlichkeit zugeschrieben. Hier wäre es ratsam, dass Frauen sich gegenseitig den Rücken stärken, anstatt sich zu mobben.

Ausserdem ist es nicht in Ordnung, dass Frauen oft automatisch für familiäre oder hauswirtschaftliche Aufgaben zuständig sind. Das ist Verhandlungssache innerhalb einer Beziehung.

Die Einstellung “Putzen, Kochen, Waschen und Kindererziehung ist Frauensache” sollte in keiner Beziehung im 21. Jahrhundert mehr vorhanden sein. Weder aus männlicher, noch aus weiblicher Perspektive.

Denn aus solchen Ansichten resultieren weitere Probleme in Richtung Gleichberechtigung. Sind Kinder vorhanden, lernen diese von ihren Eltern, was das “typische Rollenbild” ist und verinnerlichen es.

Sehen sie, dass Mama für den Haushalt und Papa für die Karriere verantwortlich ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie später selbst nach diesem Modell leben. Zu Hause, wie auch im Job.

In der kindlichen Früherziehung liegt die kostbare Saat der Gleichstellung
(Zitat Selma Kuyas)

 

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Tipps wie Du als Frau damit umgehen kannst

Du kannst nicht ändern, was die Regierung in dem Land, in dem Du lebst, tut. Doch Du hast immer die Wahl, Deinen Wirkungsbereich zu beeinflussen.

Deshalb habe ich einige Tipps für Dich, was Du gegen ungleiche Behandlung tun kannst. Gleichberechtigung fängt nicht erst im Job an.

Beziehung

Zeige bereits in Deiner Beziehung, dass Du nicht für den Haushalt und die Kindererziehung verantwortlich bist, nur weil Du eine Frau bist. Finde gemeinsam Lösungen mit Deinem Partner, wer was macht.

Lebe Deinen Kindern möglichst ein Leben vor, dass nicht von Stereotypen bestimmt ist. Suche nach der Elternzeit Deinen Weg zurück in den Job und habe keine Selbstzweifel.

 

Weiblichkeit vs. Männlichkeit

Bleib Du selbst, egal ob Du laut Gesellschaft als “zu männlich” auftrittst, nur, weil Du Stärke zeigst. Gehe Deinen Weg unbeirrt und arbeite für Deine Träume. Lass Deinen Horizont nicht durch gesellschaftliche Vorstellungen einschränken: “Du muss Kinder bekommen.” “Du musst heiraten.” Letztendlich musst Du gar nichts ausser glücklich sein.

 

Stärke Dein Selbstbewusstsein

Wichtig ist, dass Du Dir Deines Wertes als Fach- oder Führungskraft bewusst bist. Denn Dein Mehrwert hat rein gar nichts mit Deinem Geschlecht zu tun. Strahlst Du diese innere Einstellung aus, werden das auch andere bemerken. Vielleicht führt es Dich in einen Job, in dem Deine Arbeitsleistung, unabhängig vom Geschlecht, geschätzt wird.

 

Trau Dich

Trau Dir im Bereich Karriere mehr zu! Wage den Quereinstieg, führe die Gehaltsverhandlung, wechsle den Job, der Dich unglücklich macht. Bewirb Dich auf Stellen, auch wenn Du „nur“ 60 % der Anforderungen erfüllst.

Wir Frauen neigen dazu, uns nur zu bewerben, wenn wir alle Anforderungen erfüllen. So benachteiligen wir uns selbst.

Es gibt eine Studie, die beweisen konnte, dass 60 % völlig ausreichen, um eine gute Chance zu haben.

 

Vernetz Dich

Ein gutes Netzwerk (auf LinkedIn) kann Dir wichtige berufliche Türen offenhalten oder sogar öffnen. Dort kannst Du Dich als Expertin präsentieren und zeigen, was Du beruflich zu bieten hast.

Schliesse Dich LinkedIn Gruppen an – es gibt viele Frauen Netzwerke wie etwa die herCareer Community, eine Plattform für weibliche Karriereplanung.

Wenn Du das nächste Mal Neid auf eine erfolgreiche Frau verspürst, frage Dich, wie Du von ihr lernen kannst. Bitte sie um Hilfe, denn wenn wir Frauen einander unterstützen, geschehen wunderbare Dinge.

Abschliessendes Fazit

Wir sind noch meilenweit davon entfernt, dass die Geschlechter im Job gleichgestellt sind.

Umso wichtiger ist es, dass wir Frauen untereinander vernetzt sind und uns zur Wehr setzen, wenn wir Ungerechtigkeiten im Berufsalltag erleben.

Beim Thema Lohnungleichheit sind primär die Politik und die Gesellschaft gefragt.

Es braucht ein Umdenken, Gesetze und zielführende Massnahmen, die richtigstellen, dass der Wert und die Arbeitsleistung einer Person nichts mit dem Geschlecht zu tun hat.

Indem ich dieses wichtige Thema in meinen Social Media Beiträgen immer wieder aufgreife, versuche ich, meinen Teil dazu beizutragen.

Falls Du Dich mit mir auf Linkedin vernetzen möchtest, um keine meiner Beiträge zu verpassen, sende mir gern eine Kontaktanfrage!

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